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  • 04.01.2022

    Coach Costas Zwischenbilanz

    Unsere Damen 1 haben sich bisher gut geschlagen in der 1. Liga. Während der Festtagspause liegen sie auf Tabellenplatz 6 im Mittelfeld. Wir haben mit Trainer Constantino Franzoso über die Vorrunde gesprochen.

    Wie sieht deine Bilanz der Vorrunde aus, Costa?

    Sehr positiv. Wir haben gute Vorarbeit gemacht und uns spielerisch verbessert. Unsere Variabilität ist gestiegen und das macht uns auf die Länge eines Matches schwieriger auszurechnen. Mir war es von Anfang an wichtig, das Spiel schneller zu machen. Das ist ein Prozess, aber wir sind auf einem guten Weg. Nur, dass wir öfters den Start von einem Match vermasseln, macht mir noch etwas Kopfzerbrechen.

    Welche Schwerpunkt hast du in der ersten Saisonhälfte gesetzt?

    Das Spiel schneller machen. Wir spielen viel öfter über die Mitte. Wenn unsere Mitte als Bedrohung gesehen wird, muss der gegnerische Block auf sie warten, und das macht es auf allen anderen Positionen einfacher. Wobei wir auch über Aussen und über die Pipe versuchen, das Spiel zu beschleunigen.

    Das Ziel für diese Saison ist der Ligaerhalt. Was sind abgesehen von der Platzierung deine Ziele mit diesem Team?

    Vor allem Konstanz. Rein technisch sind wir noch nicht so gefestigt, dass gewisse Techniken auch unter Druck sauber abrufbar sind. Während einer Stresssituation hilft dir die Technik. Wenn der Stress dich die Technik vergessen lässt, dann passieren Fehler. Das zeigte sich in den Fünfsatz-Matches, wo es grosse Auf und Abs gab. Aber wir sind keine Profis und viele der Spielerinnen sind neu in der 1. Liga.

    Konstanz war auch bei der Trainings-Präsenz ein Thema. In der Vorsaison, wo man an der Technik arbeitet, war das ein Problem. Während der Saison kannst du technisch nur kleine Sachen ändern oder lernen. Es geht mehr darum, das Gelernte beizubehalten. Wenn wir dann noch taktische Anpassungen machen, gibt es natürlich Unsicherheiten.

    Spielte das in den letzten beiden eher misslungenen Matches gegen Winterthur und Wittenbach mit?

    Ja. Solche Umstellungen können sich zwei, drei Wochen negativ auswirken, bis sie verfestigt sind. Wir hatten im Training an Konfliktsituationen in der Verteidigung gearbeitet, und es hat nicht gereicht, das zu festigen. Es gab einfach noch Fragezeichen. Und im Match äusserte sich das in einem Zögern, das vom Gegner natürlich schnell bestraft wird.

    Für Spielerinnen, die neu auf diesem Level spielen, kommt viel zusammen: Der Stress auf dem Feld, das schnelle Spiel, bei dem einem schon mal die Bälle um die Ohren knallen. Die Services sind in der 1. Liga auch von ganz anderem Kaliber. Dann kommen die Pässe flacher und jetzt soll man sauber angreifen und den Punkt machen. In solchen Situationen greifen wir unbewusst auf alte Automatismen zurück, und verschenken zum Beispiel Zeit mit einem längeren Anlauf, den wir Jahre lang für hohe Pässe gelernt hatten.

    Der Schweizercup hat am Anfang der Saison mit zwei Fünfsätzern viel Energie gekostet. Denkst du, es war gute Spielpraxis für die Meisterschaft oder war es too much?

    Für mich kann jedes zusätzliche Spiel einen Fortschritt bringen. Als Erstligateam ist man automatisch zum Cup angemeldet, darauf konnten wir uns auch einstellen. Ermüdend war eher, dass wir für diese Matches unter der Woche oft lange reisen mussten.

    Für einige Spielerinnen war die Belastung grösser: Da Mirj lange die einzige Zuspielerin war, wurde es für sie brutal. Wir haben jetzt seit drei Matches Willi als Unterstützung dabei. Sie ist aber wegen Knieproblemen nur auf den hinteren Positionen einsetzbar. Wir möchten schon lange eine zweite Zuspielerin aber konnten keine finden. Aussenangreiferinnen findet man immer. Qualifizierte Mittelblockerinnen und Zuspielerinnen sind rar.

    Dass wir in den letzten Matches mental an die Grenze gestossen sind, liegt nicht nur an der Anzahl Matches: Auf diesem Level hast du fast in jedem Satz Stress. Es wird dir nichts geschenkt. Die Spielerinnen sind müde und froh um die Pause über die Festtage. Es ist gut, dass wir jetzt die Köpfe etwas leeren können.

    Was war dein Highlight in der Vorrunde?

    Die zweite Hälfte des Heimspiels gegen Toggenburg, wo nur noch die Kirsche auf der Torte gefehlt hat [2:3 – 14:25, 25:22, 25:22, 19:25, 15:17]. Wir hatten Matchball, und es wurde aus unserer Warte etwas unglücklich gepfiffen, aber ich hab den Spielerinnen nach dem verlorenen Match gesagt: Wenn ihr so spielt, dann macht ihr es euch selber schwer für die anderen Begegnungen. Ich messe euch jetzt an dieser Leistung. Wir waren am Boden und haben uns dann super zurückgekämpft, gegen sehr starke Gegnerinnen.

    Und was war der Tiefpunkt?

    Gegen Winterthur, das war zwar schon in der Rückrunde, hätte die Hälfte dieser Leistung gereicht. Aber es fehlte an Engagement – man sah es auch an der Körpersprache. Sie haben es zu gemütlich genommen…

    Bald geht es weiter mit der Rückrunde. Wie wichtig ist die Einstellung auf die Gegnerinnen, die ihr jetzt von der Vorrunde kennt?

    Jetzt geht es erstmal darum, dass sich das Team wieder etwas aufrichtet. Wir sind kein Profi-Team, das täglich trainiert und sich intensiv auf die Spielweise des nächsten Gegners vorbereiten kann.

    Ich spreche zwei, drei Stärken an, und gebe eine Taktik vor. Aber wir sind noch nicht an einem Punkt, wo wir diese so einfach umsetzen können.

    Videoanalysen oder Gameplans: So weit sind wir noch nicht. Wir dürfen auch nicht vergessen, dass wir nur zweimal pro Woche je 100 Minuten trainieren, so wenig, wie kein anderes Team in der 1. Liga. Wenn wir Aufwärmen und Spielformen abzählen, bleiben pro Training noch ca. 70 Minuten, in denen wir produktiv arbeiten und dazulernen können.

    Als rechte Hand hast du Luca als Assistenztrainer zum Damen 1 geholt…

    Luca tut dem Team gut und mir auch. Er entlastet mich im Training, damit ich mich mehr um Technik und Taktik kümmern kann und nicht jeden Ball selber ins Spiel bringen muss.

    Ich kenne Luca sehr gut. Wir haben viele Jahre zusammen aktiv Volleyball gespielt. Den Austausch mit ihm schätze ich sehr. Er sagt mir ins Gesicht, was er denkt.

    Was wünscht du dir für die kommenden Spiele?

    Ich hoffe, dass wir als Team wieder so an uns glauben, dass wir solche Leistungen wie gegen Toggenburg hervorbringen, wo wir uns gegenseitig unterstützen. Denn unsere Gegnerinnen sollen unseren Teamspirit spüren und als Bedrohung wahrnehmen.